Was du vor dem Start eines Online-Shops wissen solltest

Von Sortiment und Zahlungsarten bis zur Technik: die wichtigsten Fragen vor dem ersten Schritt.

Titelbild: Was du vor dem Start eines Online-Shops wissen solltest

Ein Online-Shop ist schnell eröffnet – zumindest theoretisch. Produkte hochladen, Zahlungsmethode verbinden und Shop veröffentlichen. In der Praxis steckt deutlich mehr dahinter. Wer einen Online-Shop für ein Schweizer Unternehmen plant, sollte deshalb nicht zuerst über Farben, Animationen oder das Design der Produktkarten sprechen. Die wichtigsten Entscheidungen fallen bereits vorher.

Was möchtest du eigentlich verkaufen?

Die erste Frage klingt offensichtlich. Trotzdem beeinflusst die Art der Produkte fast jede spätere Entscheidung. Verkaufst du zehn Produkte oder mehrere tausend? Gibt es Varianten wie Grösse, Farbe oder Material? Sind Produkte immer verfügbar? Gibt es unterschiedliche Preise? Werden physische Produkte, digitale Produkte oder Dienstleistungen verkauft?

Je komplexer das Sortiment ist, desto wichtiger wird eine saubere Produktstruktur. Ein Shop mit zwölf Produkten kann sehr visuell aufgebaut werden. Bei 5000 Artikeln werden dagegen Suche, Filter und Kategorien wesentlich wichtiger.

Definiere deine Zielgruppe

Ein Online-Shop sollte nicht für alle gebaut werden. Wer kauft deine Produkte? Privatkunden? Unternehmen? Bestehende Kunden? Internationale Kunden? Je klarer die Zielgruppe ist, desto besser können Inhalte, Navigation und Checkout darauf abgestimmt werden. Ein B2B-Shop benötigt beispielsweise möglicherweise andere Informationen und Prozesse als ein klassischer B2C-Shop.

Plane die Kategorien vor dem Design

Viele Shop-Projekte beginnen zu früh mit dem visuellen Design. Zuerst sollte geklärt werden, wie Produkte organisiert werden. Welche Hauptkategorien gibt es? Welche Unterkategorien sind notwendig? Welche Filter helfen Kunden? Welche Produkte gehören zusammen?

Eine gute Struktur ist entscheidend dafür, wie schnell Besucher das gewünschte Produkt finden. Das schönste Design hilft wenig, wenn Kunden nach drei Minuten immer noch nicht wissen, wo sich ein bestimmter Artikel befindet.

Produktinformationen entscheiden mit

Online können Kunden ein Produkt nicht anfassen. Die Produktseite muss deshalb einen Teil dieser fehlenden Erfahrung ersetzen. Gute Produktbilder sind wichtig. Ebenso wichtig sind verständliche Informationen: Was ist das Produkt? Welche Varianten gibt es? Welche Eigenschaften sind relevant? Was ist im Lieferumfang enthalten? Wann wird geliefert? Was kostet der Versand?

Der Umfang sollte sich nicht daran orientieren, möglichst viel Text zu produzieren, sondern daran, die Fragen potenzieller Käufer zu beantworten.

Der Checkout sollte möglichst einfach sein

Jeder unnötige Schritt zwischen Warenkorb und Bestellung kann Reibung erzeugen. Kunden möchten nicht erst ein kompliziertes Benutzerkonto erstellen, zahlreiche Felder ausfüllen und fünf Seiten durchlaufen, bevor sie bezahlen können.

Deshalb sollte der Checkout möglichst klar aufgebaut sein. Welche Informationen sind wirklich notwendig? Welche Zahlungsmethoden erwarten deine Kunden? Welche Versandmöglichkeiten gibt es? Welche Kosten entstehen? Überraschungen kurz vor dem Kaufabschluss sind besonders problematisch. Wenn beispielsweise zusätzliche Versandkosten erst im letzten Schritt sichtbar werden, kann das zu Kaufabbrüchen führen.

Zahlungsarten früh planen

Für Schweizer Shops ist die Auswahl der Zahlungsmöglichkeiten ein wichtiger Teil der Planung. Welche Zahlungsarten sinnvoll sind, hängt von Zielgruppe und Geschäftsmodell ab. Kreditkarten, Rechnungslösungen, mobile Zahlungsmethoden oder weitere Zahlungsanbieter können infrage kommen.

Dabei sollten nicht nur Kundenwünsche berücksichtigt werden. Auch Gebühren, technische Integration und administrative Abläufe spielen eine Rolle. Die Zahlungsabwicklung sollte deshalb nicht erst kurz vor dem Launch entschieden werden.

Was passiert nach der Bestellung?

Ein Shop endet nicht beim «Jetzt kaufen»-Button. Nach der Bestellung beginnt der operative Teil. Wer erhält die Bestellung? Wie wird sie verarbeitet? Wie wird der Lagerbestand aktualisiert? Wer erstellt Rechnungen? Wie wird der Kunde über den Status informiert? Wie werden Rücksendungen bearbeitet?

Bei wenigen Bestellungen können manche Prozesse zunächst manuell funktionieren. Wenn das Volumen wächst, werden automatisierte Abläufe und Schnittstellen wesentlich wichtiger.

Mobile Nutzung ist entscheidend

Viele Kunden entdecken Produkte auf dem Smartphone. Deshalb sollte ein Online-Shop nicht nur auf einem grossen Bildschirm gut aussehen. Produktbilder, Varianten, Warenkorb und Checkout müssen auch auf kleineren Displays problemlos funktionieren. Besonders wichtig sind Buttons und Formulare. Der komplette Kaufprozess sollte auf einem Smartphone getestet werden – nicht nur die Startseite.

Rechtliche Anforderungen berücksichtigen

Ein Online-Shop verarbeitet Bestellungen und in vielen Fällen personenbezogene Daten. Je nach Geschäftsmodell und Zielmarkt müssen deshalb verschiedene rechtliche Anforderungen berücksichtigt werden. Dazu gehören beispielsweise Informationen zum Unternehmen, Datenschutz, Geschäftsbedingungen sowie Angaben zu Preisen, Lieferung und weiteren Kaufbedingungen.

Welche konkreten Anforderungen gelten, sollte für das jeweilige Unternehmen fachlich geprüft werden. Rechtliche Themen sollten jedenfalls nicht erst am Abend vor dem Launch auftauchen.

Wer kümmert sich nach dem Launch um den Shop?

Ein Online-Shop ist kein abgeschlossenes Projekt. Produkte ändern sich. Preise werden angepasst. Neue Kategorien kommen hinzu. Software benötigt Updates. Zahlungsanbieter verändern Schnittstellen. Deshalb sollte bereits vor dem Start geklärt werden, wer langfristig verantwortlich ist.

Das kann intern erfolgen oder gemeinsam mit einem externen Partner. Entscheidend ist, dass Probleme nicht erst dann diskutiert werden, wenn der Shop plötzlich nicht mehr richtig funktioniert.

Marketing gehört zur Planung

«Wir veröffentlichen den Shop und dann kommen die Bestellungen.» So einfach funktioniert es meistens nicht. Ein neuer Shop benötigt Besucher. Diese können beispielsweise über Suchmaschinen, bestehende Kunden, Social Media, Werbung, Newsletter oder andere Marketingkanäle kommen.

Deshalb sollte bereits vor der Entwicklung über Kundengewinnung gesprochen werden. Der Shop ist die Verkaufsplattform. Er erzeugt aber nicht automatisch Nachfrage.

Fazit

Ein erfolgreicher Online-Shop beginnt lange vor dem eigentlichen Design. Sortiment, Zielgruppe, Kategorien, Produktinformationen, Zahlungsmethoden, Versand, Prozesse und Marketing sollten möglichst früh definiert werden. Je besser diese Grundlagen vorbereitet sind, desto gezielter kann der Shop entwickelt werden.

Das spart später nicht nur Zeit und Kosten. Es sorgt vor allem dafür, dass aus einer schönen Website ein funktionierender Verkaufskanal werden kann. webChange entwickelt Online-Shops deshalb nicht isoliert als Designprojekt. Gemeinsam betrachten wir zuerst, wie dein Shop tatsächlich funktionieren soll – vom ersten Besuch bis zur Bestellung.

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